Presse-Artikel
ERSCHIENEN IN
Medizinische Universität Innsbruck
Eine Mexikanerin erforscht in Tirol das Dengue-Fieber
Überblick:
Magda Benítez, Doktorandin vom CINVESTAV in Mexiko City, absolviert einen dreimonatigen Forschungsaufenthalt am Institut für Virologie. Bei ihrer Literaturrecherche stieß sie auf Publikationen von Institutsdirektorin Prof. Gisa Gerold, die sich seit Jahren mit mückenübertragenen Viren befasst und im Zusammenhang mit Chikungunya bereits mit dem Protein CD81 gearbeitet hat. Benítez schrieb kurzerhand eine E-Mail – und hatte innerhalb einer Woche eine Zusage aus Innsbruck.
Im Mittelpunkt ihrer Forschung steht die Frage, welche Rolle CD81 – ein Protein aus der Familie der Tetraspanine – bei der Replikation von Dengue-Viren in humanen Leberzellen spielt. Erste Beobachtungen aus Mexiko zeigen, dass die CD81-Konzentration im Verlauf einer Infektion sinkt. Am Institut für Virologie nutzt sie nun Zelllinien, die entweder kein CD81 exprimieren oder es in übermäßiger Menge produzieren, um den Einfluss des Proteins auf die Virusvermehrung gezielt zu untersuchen.
Dengue ist in Mexiko endemisch und kann im schweren Verlauf zu lebensbedrohlichen inneren Blutungen führen. Ein spezifisches antivirales Medikament existiert bislang nicht. Eine erst kürzlich in Mexiko zugelassene Impfung könnte künftig Abhilfe schaffen – die genauen Rahmenbedingungen für den Einsatz sind jedoch noch offen.


