Juli 2026

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Überblick:

      • Geografische Verbreitung: Die durch Sandmücken übertragenen Phleboviren (SFNV, SFSV, TOSV) sind im Mittelmeerraum weit verbreitet, u. a. in Italien, Spanien, Kroatien und Griechenland; Hauptübertragungszeit ist Mai bis Oktober.
      • Reiseassoziiert: Da die Vektor-Unterarten (Phlebotomus perniciosus, P. papatasi) trotz Klimawandel bisher nicht nach Norden vorgedrungen sind, treten Erkrankungen in Mitteleuropa in der Regel nur reiseassoziiert auf.
      • Klinisches Bild: Nach kurzer Inkubationszeit von 3–6 Tagen kommt es zu plötzlich einsetzendem hohem Fieber, ausgeprägter Myalgie, oft retroorbitalen Kopfschmerzen und Konjunktivitis; das Toskana Virus kann zusätzlich eine aseptische Meningitis und selten eine schwere Enzephalitis verursachen.
      • Verlauf: Sowohl Sandmückenfieber als auch die Toskana-Virus-Infektion verlaufen meist selbstlimitierend.
      • Diagnostik am IVI: Antikörpernachweis (IgM/IgG) aus Serum oder EDTA-Blut sowie eine in-house PCR zum direkten Nachweis des Toskana Virus aus Liquor (Meningitis-Abklärung) oder Serum/EDTA-Plasma (innerhalb von ca. 5 Tagen nach Symptombeginn).

Pappataci-Fieber: Erkrankung durch Sandmücken Virus / Toskana Virus

Sommerzeit heißt Reisezeit und damit ist bei reiseanamnestischer Gegebenheit eine Erweiterung des differentialdiagnostischen Erregerspektrums geboten. Hierzu gehören die durch im Mittelmeerraum weit verbreiteten Sandmücken übertragenen Viren aus der Gattung Phlebovirus, vor allem die Sandmückenfieber Viren (SFNV und SFSV) und das Toskana Virus (TOSV). Die Sandmücken sind weit verbreitet im Mittelmeerraum, unter anderem in Italien, Spanien, Kroatien und Griechenland. Zwar zeigt sich im Zuge der mit dem Klimawandel einhergehenden Erwärmung bereits eine Ausweitung einiger Sandmücken-Unterarten gen Norden, jedoch bisher nicht die für die Phleboviren als Vektor fungierenden Unterarten Phlebotomus perniciosus und Phlebotomus papatasi. Die Erkrankungen treten daher im Regelfall nur als reiseassoziierte Infektion auf. Die Hauptübertragungszeit reicht von Mai bis Oktober.

Nach einer kurzen Inkubationszeit von 3–6 Tagen präsentiert sich das klinische Bild des Pappataci-Fiebers (auch Sandmückenfieber genannt) mit plötzlich einsetzendem hohem Fieber, ausgeprägter Myalgie, Kopfschmerzen mit oftmals retroorbitaler Ausprägung und Konjunktivitis. Zusätzlich kann es beim Toskana Virus auch zu einer neuroinvasiven Manifestation kommen, mit aseptischer Meningitis sowie sehr selten zu einer schweren enzephalitischen Verlaufsform. In den meisten Fällen verlaufen sowohl Sandmücken Virus Fieber als auch Toskana Virus Fieber selbstlimitierend.

In unserem Diagnostikspektrum können wir am Institut für Virologie einen Antikörpernachweis aus Serum oder EDTA-Blut anbieten. IgM sind oftmals über Monate nachweisbar, IgG über Jahre. Innerhalb der Phleboviren kann es zu Kreuzreaktivitäten der Antikörper kommen. Zusätzlich bieten wir eine in-house PCR für den direkten Nachweis des Toskana Virus an: aus Liquor zur differentialdiagnostischen Abklärung einer viralen Meningitis oder aus Serum/EDTA-Plasma zur akuten Fieberabklärung, innerhalb etwa 5 Tagen nach Symptombeginn.

Links:

Dr.med. Guido Wollmann
guido.wollmann@i-med.ac.at 
+43 512 9003 71742