Land Tirol fördert FSME-Studie am Institut für Virologie
Das Institut für Virologie der Medizinischen Universität Innsbruck erhält von der Tiroler Landesregierung die Förderzusage für ein neues Forschungsprojekt zur Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) in Tirol. Die Studie widmet sich der Bevölkerungsimmunität und den Übertragungsrisiken der von Zecken übertragenen Erkrankung – mit besonderem Fokus auf das FSME-Risikogebiet Zillertal.
Im Rahmen des Projekts werden über 1.200 archivierte Blutproben von Teilnehmer:innen aus dem Zillertal – aus der Shieldvacc-II-Studie sowie einer Kinderstudie – auf FSME-Antikörper untersucht, um ein möglichst vollständiges Bild der Immunitätslage über alle Altersgruppen hinweg zu erhalten. Ergänzend werden rund 1.000 Zeckenproben molekularbiologisch analysiert und positive FSME-Stämme sequenziert, um sie phylogenetisch einzuordnen. In Kooperation mit der Veterinärmedizinischen Universität Wien werden zudem etwa 80 Tankmilchproben aus dem Zillertal auf FSME-Antikörper getestet – ein zusätzlicher Indikator zur Eingrenzung von Risikogebieten.
Der multidisziplinäre One-Health-Ansatz soll helfen, die tatsächliche Dunkelziffer unbemerkter FSME-Infektionen abzuschätzen und die epidemiologische Überwachung in Tirol zu stärken. Die Ergebnisse fließen unter anderem in die Zusammenarbeit mit der Tiroler Landesgesundheitsdirektion ein und sollen dazu beitragen, Impfprogramme künftig gezielter auszurichten.
Studienleiterin ist Institutsdirektorin Prof. Dr. Gisa Gerold. Antragstellerin und fachliche Projektleitung ist Dr. med. univ. Barbara Falkensammer, Fachärztin für Virologie und stellvertretende Leiterin der virologischen Diagnostik. Zu den Kooperationspartnern zählen Prof. Dr. Lorenz Khol (Veterinärmedizinische Universität Wien, Außenstelle Tirol), PD Dr. Mateusz Markowicz (AGES) sowie weitere Kolleg:innen der Medizinischen Universität Innsbruck.
Die Studie ist auf rund eineinhalb Jahre angelegt.



