Juni 2026
NewsletterÜberblick:
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- Ausrufung zur PHEIC: Am 17. Mai 2026 erklärte die WHO den Ausbruch durch das Bundibugyo-Ebolavirus (BDBV) in der DRK und Uganda zur internationalen Gesundheitsnotlage.
- Fallzahlen (Stand 12. Juni 2026): Rund 695 bestätigte Fälle und 138 Todesfälle; Epizentrum in Ituri, DRK (629 Fälle), weitere Fälle in Nord-Kivu sowie Uganda (19 Fälle, 2 Todesfälle).
- Erreger: O. bundibugyoense (Bundibugyo-Ebolavirus) — einzelsträngiges RNA-Virus (Familie Filoviridae); geschätzte Sterblichkeit 30–50 %.
- Keine zugelassenen Gegenmaßnahmen für BDBV: Im Gegensatz zum Zaire-Ebolavirus (Ervebo®, Zabdeno®/Mvabea®) existieren weder zugelassener Impfstoff noch spezifische Therapie; ChAdOx1 BDBV der Oxford Vaccine Group befindet sich in beschleunigter Entwicklung.
- Experimentelle Behandlungsansätze: WHO unterstützt Remdesivir (antiviral) und MBP134 (Antikörpercocktail) — Genehmigung durch DRK und Uganda noch ausstehend.
- Diagnostik: Labordiagnostik indiziert bei Einreise aus Endemiegebiet innerhalb der letzten 3 Wochen mit EVD-kompatiblen Symptomen (Fieber ≥ 38,6 °C, unerklärliche Blutungen, Multiorganversagen etc.); Probenbearbeitung nur in S4-Laboren; österreichische Verdachtsfälle über AGES.
- Risiko für EU/EWR: Sehr gering für die allgemeine Bevölkerung; hoch für Gesundheits- und Hilfspersonal mit direktem Kontakt zu Erkrankten oder Verstorbenen.
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Update Ebolavirus
Aktuelle Lage
Am 17. Mai 2026 erklärte die WHO den durch das Bundibugyo-Virus (BDBV) verursachten Ebola-Ausbruch in der Demokratischen Republik Kongo (DRK) und Uganda zur internationalen Gesundheitsnotlage (PHEIC). Mit Stand 12. Juni 2026 wurden in beiden Ländern insgesamt rund 695 bestätigte Fälle und 138 Todesfälle registriert, wobei die DRK mit 676 bestätigten Fällen – davon 629 in Ituri – das Epizentrum bildet.
Neben Ituri sind auch Nord-Kivu (44 Fälle) und Süd-Kivu (drei Fälle) betroffen. In Uganda wurden bislang 19 bestätigte Fälle gemeldet, darunter zwei Todesfälle. Die WHO stuft das Risiko auf nationaler und regionaler Ebene als hoch, weltweit jedoch als gering ein.
Der Ausbruch begann Anfang Mai 2026 mit mehreren schweren Erkrankungen unbekannter Ursache in der Mongbwalu Health Zone in Ituri. Die Bestätigung des Bundibugyo-Virus erfolgte am 15. Mai durch das nationale Referenzlabor INRB in Kinshasa. Aufgrund des schnellen Anstiegs der Verdachts- und Todesfälle geht die WHO davon aus, dass das tatsächliche Ausmaß des Ausbruchs größer sein könnte als bisher erfasst.
Erreger, Übertragung und Sterblichkeit
Ebolaviren sind einzelsträngige RNA-Viren, gehören zur Familie der Filoviridae und zur Gattung Orthoebolavirus. Klinisch relevante Spezies innerhalb dieser Gattung sind vor allem Orthoebolavirus zairense (Zaire-Ebolavirus), O. sudanense (Sudan-Ebolavirus) und O. bundibugyoense (Bundibugyo-Ebolavirus), die sich unter anderem in ihrer Mortalität unterscheiden. Die aktuelle Epidemie wird durch die Spezies O. bundibugyoense verursacht.
| Variante | Geschätzte Sterblichkeit |
|---|---|
| Bundibugyo-Ebolavirus | 30–50 % |
| Zaire-Ebolavirus | > 60 % |
| Sudan-Ebolavirus | > 40 % |
Aktueller Stand der Impfstoff- und Therapieentwicklung
Gegen das Zaire-Ebolavirus stehen mit Ervebo® (rVSV-ZEBOV) sowie dem Zwei-Dosen-Regime Zabdeno®/Mvabea® zugelassene Impfstoffe zur Verfügung. Für das Bundibugyo-Ebolavirus existieren derzeit hingegen weder ein zugelassener Impfstoff noch eine zugelassene spezifische Therapie. Mehrere Strategien zur Impfstoffentwicklung gegen das Bundibugyo-Ebolavirus werden derzeit verfolgt, darunter vektorbasierte Ansätze wie ChAdOx1 BDBV sowie mRNA- und VSV-basierte Impfstoffkandidaten.
Die WHO unterstützt derzeit auch zwei experimentelle Behandlungsansätze: das antivirale Medikament Remdesivir sowie den Antikörpercocktail MBP134, deren Einsatz noch von den Regierungen der DRK und Ugandas genehmigt werden muss.
| Variante | Impfstoff / Therapie |
|---|---|
| Bundibugyo-Ebolavirus | keine Zulassung |
| Zaire-Ebolavirus | Impfstoffe: Ervebo® (Merck) sowie Zabdeno®/Mvabea® (Janssen) |
| Sudan-Ebolavirus | keine Zulassung |
Diagnostik
Eine Indikation zur labordiagnostischen Abklärung besteht bei Personen, die innerhalb der letzten drei Wochen aus einem EBOV-Endemie- bzw. Epidemiegebiet eingereist sind oder Kontakt zu einem bestätigten Fall hatten und klinische Symptome aufweisen, die mit einer Ebola-Virus-Erkrankung vereinbar sind. Dazu zählen insbesondere Fieber ≥ 38,6 °C in Kombination mit starken Kopfschmerzen, Erbrechen, Durchfall, Bauchschmerzen, unerklärlichen Blutungen oder Zeichen eines Multiorganversagens.
Verdachtsfälle, die diese Kriterien erfüllen, sind unverzüglich im Epidemiologischen Meldesystem (EMS) zu melden.
Das Ebolavirus zählt zu den Erregern der höchsten biologischen Sicherheitsstufe (Risikogruppe 4). Die Bearbeitung entsprechender Proben ist ausschließlich in dafür vorgesehenen Hochsicherheitslaboren (S4-Einrichtungen) zulässig. Verdachtsfälle aus Österreich sollen vorzugsweise in Österreich an der AGES abgeklärt werden (Tel. +43 (0)50 555-37111).
Risikoeinschätzung für die EU/den EWR (ECDC)
Hohes Risiko besteht insbesondere für Rückreisende, die als Gesundheits- oder Hilfspersonal tätig waren oder direkten Kontakt zu Patienten bzw. Verstorbenen hatten. Bei Einhaltung der empfohlenen Vorsichtsmaßnahmen tragen Reisende und in den betroffenen Gebieten lebende Personen aus der EU/dem EWR ein geringes Risiko. Das ECDC stuft das Infektionsrisiko für die allgemeine Bevölkerung in Europa als sehr gering ein.
Quellen:
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WHO – Ebola disease caused by Bundibugyo virus, Democratic Republic of the Congo & Uganda – Disease Outbreak News DON602/603
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WHO – IHR Emergency Committee regarding the epidemic of Ebola Bundibugyo virus disease in the DRC and Uganda (22 May 2026)
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ECDC – Ebola disease outbreak in the Democratic Republic of the Congo and Uganda (updated 27 May 2026)
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ECDC – Threat Assessment Brief: Ebola disease outbreak caused by Bundibugyo virus (20 May 2026)
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Austrian Federal Ministry of Social Affairs – Ebola (updated 24 May 2026)
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AGES – AGES-Radar für Infektionskrankheiten (21 May 2026)
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Tropeninstitut Wien – Ebola-Ausbruch 2026
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BMSGPK – Ebola-Notfallplan Austria (PDF)
Dr.med.univ. Habib Badreddine Benainouna
habib.beninouna@i-med.ac.at
+43 512 9003 71713



