März 2026

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Überblick:

      • Die hMPV-Positivitätsrate stieg von 0,6 % im Januar auf über 12 % im März 2026 – ein typisches Muster für gemäßigte Klimazonen im Spätwinter/Frühjahr.
      • Das Multiplex-PCR-Panel für Atemwegserreger, das hMPV erfasst, wird am Institut ausschließlich für stationäre Patient:innen und im Notfallbereich eingesetzt.
      • hMPV ist eng mit RSV verwandt und zählt nach RSV und Influenza zu den häufigsten viralen Ursachen schwerer Atemwegsinfektionen; besonders gefährdet sind Kleinkinder und Immunsupprimierte.
      • Übertragung erfolgt über Tröpfchen, engen Kontakt und Oberflächen; die Virusausscheidung dauert in der Regel 5–10 Tage, bei vulnerablen Gruppen deutlich länger.
      • Es gibt weder eine spezifische antivirale Therapie noch einen zugelassenen Impfstoff; Prävention beruht auf Standard-Hygienemaßnahmen.

Epidemiologie der humanen Metapneumovirus (hMPV) Infektionen

 

Während die RSV-Fälle in den vergangenen zwei Wochen zurückgegangen sind, verzeichnen wir aktuell einen deutlichen Anstieg der Infektionen mit humanem Metapneumovirus (hMPV). Obwohl es von Oktober bis Dezember 2025 in unserem Kollektiv bei insgesamt 340 durchgeführten respiratorischen Multiplex-PCRs kein hMPV nachgewiesen wurde, zeigt sich seit Jahresbeginn ein sukzessiver Anstieg der Positivitätsraten: von 0,6 % im Januar über 1,8 % im Februar auf über 12 % im März (vgl. Abb). In gemäßigten Klimazonen häuft sich hMPV typischerweise vom späten Winter bis ins Frühjahr – häufig direkt im Anschluss an den RSV-Peak.

Das respiratorische Multiplex PCR-Panel, das auch hMPV erfasst, wird in unserem Institut ausschließlich bei stationären Patientinnen und Patienten sowie im Notfallbereich eingesetzt, da im niedergelassenen Bereich derzeit keine Kostenübernahme vorgesehen ist.

Da die meisten hMPV-Infektionen milder verlaufen und auf die oberen Atemwege beschränkt bleiben (und somit keinen Krankenhausbesuch), ist davon auszugehen, dass in der Allgemeinbevölkerung und niedergelassenen Bereich noch höhere Durchseuchung herrscht.

hMPV ist strukturell und taxonomisch eng mit dem RSV verwandt und verursacht ähnliche, meist jedoch etwas mildere Krankheitsbilder. Nichtsdestotrotz zählt hMPV – nach RSV und Influenza – zu den häufigsten viralen Auslösern schwerer Atemwegsinfektionen, die Hospitalisierungen bzw. Notfallaufnahmen erforderlich machen. Primärinfektionen, die mitunter schwer verlaufen können, treten überwiegend im frühen Kindesalter auf.

Die Übertragung erfolgt vor allem über respiratorische Tröpfchen, engen Kontakt und kontaminierte Oberflächen. Die Virusausscheidung dauert üblicherweise 5–10 Tage, bei Kleinkindern und immunsupprimierten Personen jedoch oft deutlich länger (teils über zwei Wochen).

Die Infektion ist selbstlimitierend und es gibt keine spezifische antivirale Therapie. Da es auch keinen zugelassenen Impfstoff gibt, liegt die Prävention im Allgemeinen bei Standard-Hygienemaßnahmen. Einige experimentelle Lebend- und Subunit-Impfstoffe befinden sich in der präklinischen bzw. frühklinischen Phase – einzeln oder in Kombination mit RSV oder humanen Parainfluenzaviren (https://clinicaltrials.gov/study/NCT03392389, Miller RJ 2023, Yu D 2025). Ein Zulassungskandidat ist jedoch derzeit nicht in Sicht.

Priv.-Dozin Dr.in med. Wegene Borena, PhD
wegene.borena@i-med.ac.at 
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